Clapton, Page, Hendrix… Philip Sayce. Der junge Gitarrist belebt den etwas angestaubten Blues-Rock. Philip Sayce aus Kanada ist mit seinem kernigen Bluesrock eine Klasse für sich und am Samstag, den 8. April bewies er uns sein eindrückliches Talent sowohl auf der Gitarre wie auch als Sänger im Wood Stock Guitares in Ensisheim. In genialer Weise versieht er erdigen Blues mit Rock und einer Prise Psychedelic. Seine Gigs versetzen die älteren Zuschauer zurück in die guten, alten Woodstock-Zeiten und seine unbekümmerte Art gepaart mit der an Lenny Kravitz erinnernden Stimme überzeugt selbst die jüngere Generation.

Der in Wales geborene und in Toronto aufgewachsene Songwriter, Sänger und Gitarrist Philip Sayce ist das, was man gemeinhin als „Wunderkind“ bezeichnen kann. Durch seinen Vater, der bekennender Eric Clapton-Fan war, lernte er die Liebe zur Musik kennen. Philip interessierte sich mehr und mehr auch für die anderen grossen Gitarrenvirtuosen wie Jimi Hendrix und Stevie Ray Vaughan. Im jungen Teeniealter bespielte Sayce bereits in diversen Clubs in Toronto, bis er im zarten Alter von 17 Jahren auf den Kanadier Jeff Healey traf, welcher ihn als Gitarrist für seine kommende Tour verpflichtete. Dort verdiente er sich in den folgenden knapp 4 Jahren seine ersten Sporen. Unkle Kracker und Melissa Etheridge waren sodann weitere Stationen seiner musikalischen Laufbahn.

Wenn der heute in Los Angeles lebende Philip Sayce mit seiner Gitarre die Bühne betritt, erinnert er an einen Popstar aus dem Bilderbuch: Jung, gut aussehend und musikalisch. Doch ihn nur darauf zu reduzieren, wäre allerdings ein ziemlich grosser Fehler. Denn Philip Sayce steht für viel mehr. Er singt wie Lenny Kravitz und spielt Gitarre wie Jimi Hendrix. Am Samstag den 8. April lud Philip zum Konzert und die Leute strömten, zwar nicht gerade in Scharen, aber immerhin ins kleine Wood Stock Guitares in Ensisheim und erstaunlicherweise fand sich relativ viel Jungvolk ein. Will sagen, gut ein Viertel der Belegschaft rekrutierte sich aus Mädels und Jungs, die offensichtlich unter 30 waren. Insofern spielte das Sayce Trio quasi für zwei Generationen, denn die restlichen Blues-Rock Liebhaber waren diejenigen, die irgendwo zwischen 45 und 60 zu verorten waren.

Bereits ab den ersten Sekunden wird man vom rohen und kraftvollen Sound förmlich an die Wand gedrückt. Das Trio wirkte sehr gut aufeinander abgestimmt, der Sound in der Halle war angemessen laut und erfreulicherweise recht transparent, so dass man ein tolles Konzert miterleben durfte. Sayce, bei dem schon nach dem zweiten Stück der Schweiss in Strömen lief, hatte das Publikum relativ schnell im Griff, animierte locker und leicht zum Mitklatschen und Mitsingen, beeindruckte mit rasend schnellen Soli auf seiner abgeschabten Gallagher-Strat und liess keinen Zweifel daran aufkommen, mit ihm einen der absolut besseren Sänger im Blues-Rock-Genre zu bestaunen. Und mit welch einer unwiderstehlichen Dreistigkeit der „Jungspund“ hier seine Gitarre erklingen lässt und dem Publikum mit seiner Klampfe den Scheitel zieht ist einfach nur atemberaubend. Grooviger Funk-Rock den Lenny Kravitz seit 15 Jahren ankündigt, aber wohl nie wieder abliefern wird.

Vorschaubild
Philip Sayce à Woodstock guitares

Hier bleibt niemand ruhig und wer sich von dieser Musik nicht mitreissen lässt, muss wohl taub sein. Was für eine Power, was für eine Leidenschaft, was für geniale Songs! Was Philip Sayce an diesem Abend an ambitioniertem, kraftvollem Power-Bluesrock serviert, muss einfach jedem Musikliebhaber Bewunderung abringen. Die rohe Energie, die hier freigesetzt wird überträgt sich sofort auf das Publikum. Seine Qualitäten als Songwriter, Sänger und Gitarrist und insbesondere seine unbändige Leidenschaft machen jeden einzelnen Song zu einem Genuss. Die beteiligten Musiker stehen dem spielerischen Genie ihres Leaders im übrigen in nichts nach. Sayce umgarnt sein Publikum durch leidenschaftliches, energiegeladenes und feuriges Spiel, schenkt der Menge die eine oder andere sympatisch kumpelhafte Ansprache, lächelt den Mädels im Publikum mit seinen braunen Augen zu und betört die Jungs und Männer mit seinem wilden Spiel und seinen kleinen aberwitzigen Kunststückchen am Griffbrett. Wer am Samstagabend im Wood Stock Guitares, wie ich, zum ersten Mal ein Philip Sayce Konzert erlebt haben sollte, wird sich höchstwahrscheinlich wohl eines auf die Fahnen schreiben: Wenn dieser Sayce mal wieder auf Tour geht, darf ich das nicht verpassen! Sayce bläst einem den Feinstaub aus den Ohren!

Philip Sayce breathes new Life into Blues-Rock
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Akustik9.5
Sichtverhältnisse10
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